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Ralph Lenkert: Arktis vor Rohstoffraub schützen, solange es noch geht

Rede von Ralph Lenkert,

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Geehrte Kolleginnen und Kollegen! Unsere Natur zu schützen, gerade in empfindlichen Polarregionen, ist eine Zukunftsversicherung für die Menschheit. Der Antrag zum Schutz des Weddellmeeres wird zwar von Union, SPD, FDP und Grünen eingebracht, aber mit ausgearbeitet hat ihn auch Die Linke.

(Beifall bei der LINKEN sowie des Abg. Hagen Reinhold [FDP])

Wir haben alle gemeinsam ein Interesse daran, dass die Wale vor norwegischen und japanischen Walfängern geschützt werden, dass Kreuzfahrtschiffe eben nicht den letzten Winkel des Planeten erkunden und dass nicht überall nach Rohstoffen geschürft wird. Deswegen ist es so wichtig, diesen Antrag zu unterstützen. Wir werden diesem Antrag selbstverständlich zustimmen.

(Beifall bei der LINKEN sowie bei Abgeordneten der SPD und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN und des Abg. Stephan Thomae [FDP])

Liebe Kolleginnen und Kollegen, ich denke, wir alle wünschen der Bundesregierung eine gute Hand bei den Verhandlungen, damit die Unterschutzstellung des Weddellmeeres in der Antarktis beizeiten gelingt.

Der Antrag wurde schon umfangreich erläutert. Ich möchte auf einen anderen Punkt zu sprechen kommen. Die Temperaturerhöhungen, insbesondere in der Arktis, sorgen dafür, dass weite Gebiete zukünftig eisfrei sein werden. 2007 konnte das erste Mal ein Frachtschiff das Nordpolarmeer im Winter passieren, ohne dass ein Eisbrecher helfen musste. Es besteht in der Nordpolarmeerregion dringender Handlungsbedarf.

Schon beginnen die USA, Russland, Kanada, Norwegen und Dänemark, um Einflusssphären und Außenwirtschaftszonen zu streiten. Es ist dringend geboten, zu verhindern, dass Spekulanten die Rohstoffförderung in den Meeren in Gang setzen, dass Fischfanggründe abgesteckt werden und Spediteure schon berechnen, wie die Frachtkosten nach China bzw. Asien und umgekehrt sinken werden, wenn man über das Nordpolarmeer fährt.

Im Norden haben wir ein Ökosystem, das mit am empfindlichsten auf die Klimaänderung reagiert. Deswegen fordern wir die Bundesregierung auf, mit demselben Einsatz für Meeresschutzgebiete in der Arktis zu kämpfen. Ich hoffe, dass alle Fraktionen diesen Kampf ebenfalls unterstützen.

(Beifall bei der LINKEN sowie bei Abgeordneten der SPD und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)

Es geht darum, dafür zu sorgen, dass auch Eisbären, Walrosse, Narwale und andere Tierarten überleben können. Deshalb brauchen wir internationale Schutzgebiete, die verhindern, dass im Nordpolarmeer Öl und Gas gefördert werden, dass der Kohleabbau auf Spitzbergen wieder startet und dass in Grönland eventuell Mineralstoffe abgebaut werden.

Noch gibt es ein Zeitfenster. Denn wegen der derzeitigen Kälte ist es noch unwirtschaftlich, diese Rohstoffe zu gewinnen. Und solange es noch unwirtschaftlich ist, besteht eine höhere Chance, Schutzgebiete einzurichten. Deswegen sollten wir jetzt handeln – die Vertragsgestaltung ist jetzt leichter –, damit diese Gebiete auch zukünftig geschützt sein werden.

(Beifall bei der LINKEN sowie bei Abgeordneten der SPD und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)

Liebe Koalition, liebe Unionistinnen und Unionisten, Die Linke hilft Ihnen erneut gern bei der Ausarbeitung eines solchen Antrages. Vielleicht lernen Sie ja mittelfristig, in Sachfragen auch mit uns zusammenzuarbeiten. Uns geht es um den Schutz der Menschen; uns geht es um den Schutz der Umwelt, damit alle Menschen – egal ob afrikanischer, amerikanischer, asiatischer, australischer, ozeanischer oder europäischer Herkunft – ein langes glückliches Leben in Gesundheit und einer intakten Umwelt führen können.

Vielen Dank.

(Beifall bei der LINKEN und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der SPD und des Abg. Hagen Reinhold [FDP])

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