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Zwischenfrage

Rede von Diether Dehm,

Dr. Diether Dehm (DIE LINKE):

Es scheint Ihnen nicht übermäßig leicht gefallen zu sein, aber ich danke trotzdem.

(Michael Grosse-Brömer (CDU/CSU): Das kann ich aber verstehen!)

Wenn sich Sparauflagen und Auflagen, die den Sozialstaat kaputtkürzen, in einer erhöhten Kindersterblichkeit, der Zunahme der Suizidrate und einer steigenden Anzahl an HIV-Erkrankungen und anderem Schaden im Gesundheitssystem auswirken,

(Michael Grosse-Brömer (CDU/CSU): Wofür die Politik alles verantwortlich ist, ist spektakulär! - Weiterer Zuruf von der CDU/CSU: Frechheit!)

dann wüsste ich dafür keinen anderen Begriff als Terror. Es gibt auch den Begriff des Terrors der Ökonomie. Vielleicht kennen Sie den Bestseller von Vivienne Forrester, in dem sie diesen Begriff verwendet.

Aber meine Frage an Sie ist, ob Sie nicht glauben, dass wir in einer Zeit, in der diese komplizierten Verhältnisse in Griechenland bestehen, dem Grexit-Geschwätz offensiver entgegentreten müssten, statt es wie der Bundesfinanzminister zu bedienen,

(Michael Grosse-Brömer (CDU/CSU): Das ist doch in Griechenland und nicht in Deutschland!)

was in der Konsequenz letztlich bedeutet, dass Leute, die durch dieses unverantwortliche Gerede, das ich für antieuropäisch halte, glauben, dass ihre Sparguthaben auf griechischen Konten morgen in eine Weichwährung umgewandelt werden könnten, ihr Geld abheben und damit die Krise noch verschärfen. Glauben Sie, dass diese Krisenverschärfung durch deutsches Gerede proeuropäisch oder antieuropäisch ist oder dass wir uns nicht deutlicher von diesem Geschwätz distanzieren müssten?