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Symbolische Klimapolitik reicht nicht aus - Energiewende muss endlich konsequent angegangen werden

Rede von Monika Knoche,

Frau Präsidentin!

Gestatten Sie, Herr Fuchtel, dass ich Ihnen Folgendes sage: Mir hat Ihr Hinweis auf das Wirken des ersten grünen Außenministers in seinem Amt sehr gut gefallen. Auch ich hatte den Eindruck, dass ihm dieses Thema sozusagen schnurzegal war.

(Hans-Joachim Fuchtel [CDU/CSU]: Traurig, traurig!)

Gemessen an den immensen Herausforderungen des Klimawandels, meine Verstehe ich das richtig? Hat nicht Frau Bundeskanzlerin Merkel gerade erst für das größte Klimakillerkraftwerk Deutschlands in Neurath den Grundstein gelegt? Ist es nicht die Bundeskanzlerin gewesen, die in der EU daran mitgewirkt hat, dass keine verbindliche Reduktion des CO2-Ausstoßes für Autos verabschiedet wurde?

(Erich G. Fritz [CDU/CSU]: Wenn Sie in Zusammenhängen denken würden, würden Sie einen solchen Unsinn nicht erzählen!)

All das muss man erwähnen, da Sie in Ihrem Antrag schreiben:
Handeln überzeugt oft mehr als Worte.
Diese Regierung hat, was die eigene Praxis angeht, nicht das geleistet, was für den Klimaschutz erforderlich ist.
Noch ein Wort zu den Botschaften und Residenzen; ich kenne einige alte und neue. Für künftige Gebäude muss gelten: Die berühmtesten Architekten auszuwählen, kann nicht das maßgebliche Kriterium sein. Vielmehr muss sich die Architektur des 21. Jahrhunderts zeigen: Diese kann nur eine Ausrichtung auf Null-Energie-Bauten sein. Da geht der Weg lang.

(Beifall bei der LINKEN)

Übrigens: Manches Bauen im Ausland könnte an die traditionsreiche Architektur angelehnt werden, die entstand, als es noch keine Klimaanlagen gab. In vielen Kulturen wurde eine funktionale, repräsentative und ästhetisch hochstehende Architektur geschaffen, die sich in die Umweltgegebenheiten ökologisch einfügt. Daraus könnte man lernen.
Nach dieser Debatte hoffe ich sehr, dass Leute in der Jury des Auswärtigen Amtes oder wo auch immer sitzen, die der Bedeutung der Ökologie bei Architekturwettbewerben den ersten Platz einräumen.
Danke schön.

(Beifall bei der LINKEN)