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Mehr Personal in Gesundheit und Pflege

Rede von Sabine Zimmermann,

Sehr geehrte Frau Präsidentin, sehr geehrte Damen und Herren,

mehr von uns ist besser für alle, mit diesem Kampfruf sind die Beschäftigten der Charité in eine bemerkenswerte Tarifauseinandersetzung gezogen. Sie wollten nicht etwa mehr Geld, sondern sie wollten mehr Personal. Nicht nur wegen ihrer eigenen Überbelastung, sondern auch weil sie sich für eine bessere Pflege der Patientinnen und Patienten einsetzen.

Meine Damen und Herren,

den Kolleginnen und Kollegen steht das Wasser bis zum Hals. Sie schuften und schuften rund um die Uhr. In der Pflege, egal ob im Krankenhaus oder im Pflegeheim, kann man die Arbeit nicht auf morgen verschieben, denn dann kann es, für die Patientinnen und Patienten schon zu spät sein.  Wir brauchen endlich mehr Personal.  Nehmen Sie das zur Kenntnis.

Seit Jahren wird über die immer schlechter werdenden Arbeitsbedingungen im Gesundheitswesen diskutiert. 

-     Pflege im Minutentakt

-     Personalmangel laugt die Beschäftigten aus

-     Kostendruck und Wettbewerb

um hier einige Stichworte zu nennen.   

Jede und jeder erwartet im Krankenhaus oder im Pflegeheim die bestmögliche Versorgung, stellt sich aber die bange Frage ob dies auch wirklich so sein wird.

Und es ist auch wieder typisch, Pflegeberufe sind Frauenberufe. In der Altenpflege arbeiten zu 80 Prozent Frauen, in den Kliniken zu 70 Prozent, oft in unfreiwilliger Teilzeit.

Pflege ist weiblich und erfährt wenig Wertschätzung, obwohl sie eine elementare Bedeutung für jeden Menschen hat.

Das zeigt sich insbesondere in niedrigen Löhnen. Schicht- und Nachtzulagen werden oftmals gar nicht gezahlt. Hier sagt DIE LINKE.: Das ist beschämend und ungerecht und muss verändert werden. Die Signale sind doch eindeutig:

Burn-out und Flucht aus dem Beruf nehmen zu. Dadurch verschärft sich der Fachkräftemangel. Und dieser ist hausgemacht!

Um den Personalmangel zu beseitigen, müssen die Pflegeberufe dringend aufgewertet werden. Gute Arbeit bedeutet gute Löhne und ein attraktives Arbeitsumfeld.

Personalmangel gefährdet die Gesundheit – der Beschäftigen, aber auch der Menschen mit Pflegebedarf und der Patientinnen und Patienten im Krankenhaus.

Konkrete und wirksame Vorschläge liegen von uns auf dem Tisch: Was wir dringend brauchen ist eine verbindliche bundeseinheitliche Personalbemessung.

Meine Damen und Herren der Koalition,

Sie reden und reden über Jahre hinweg:

Patientinnen und Patienten sowie Menschen mit Pflegebedarf müssen gut versorgt werden.

Ja, aber das darf nicht von der Größe des eigenen Geldbeutels abhängen. Hier geht es um die menschliche Würde.  

DIE LINKE fordert eine solidarische Gesundheits- und Pflegeversicherung, die alle Einkommen einbezieht und die Finanzierungsgrundlage erweitert.

Und nicht vergessen: Mehr Personal in der Pflege ist besser für alle!