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Leiharbeit

Über 960.000 Menschen sind in Deutschland als Leiharbeiterinnen und Leiharbeiter beschäftigt (Stand 2015). Das sind mehr als doppelt so viele Beschäftigte wie vor zehn Jahren. In den letzten Jahren hat die Zahl der Leiharbeiter zugenommen, obwohl die Arbeitgeber nun auch zusätzlich auf Beschäftigte über Werkverträge zurückgreifen. Denn bei Werkverträgen werden die Unternehmen noch weniger kontrolliert und können die Löhne noch weiter drücken.

Unternehmen haben Stammarbeitsplätze in Leiharbeitsverhältnisse verwandelt. Sie haben keine zusätzlichen Arbeitsplätze geschaffen, sondern sich der billigeren und flexibel einsetzbaren Leiharbeit bedient. So sind in der Leiharbeit überwiegend keine guten Arbeitsplätze entstanden. Die Löhne liegen durchschnittlich nur bei 57 Prozent des mittleren Entgelts (Median) aller Beschäftigten. Tarifvertragliche Branchenzuschläge für Leiharbeiter haben die Situation zwar verbessert. Sie erreichen aber zu wenige Beschäftigte und ersetzen keine gesetzliche Equal-Pay-Lösung, die ab dem ersten Einsatztag greift.  

Leiharbeitskräfte haben kaum berufliche Perspektiven, da sie nur selten in ein festes Arbeitsverhältnis übernommen werden. Mehr als die Hälfte der Leiharbeitskräfte haben lediglich Beschäftigungsverhältnisse, die maximal drei Monaten dauern.  Zukunftsplanung ist häufig ein Fremdwort, weil Leiharbeiter heute hier und morgen dort eingesetzt werden können. Sie genießen keinen Kündigungsschutz im Einsatzbetrieb und haben nur wenige Mitbestimmungsrechte.

Die Fraktion DIE LINKE will Leiharbeit auf lange Sicht verbieten. Als Sofortmaßnahme muss aber mindestens der Grundsatz „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ ohne Einschränkung gelten. Leiharbeiter und Leiharbeiterinnen dürfen nicht zu Beschäftigten zweiter Klasse gemacht werden. So werden Belegschaften gespalten und geschwächt. Die vergangenen Bundesregierungen haben diese Missstände gefördert. SPD und Grüne haben jede zeitliche Beschränkung für die Beschäftigung von Leiharbeiterinnen und Leiharbeitern abgeschafft. Dank ihrer Politik dürfen Leiharbeiter schlechter bezahlt werden als Festangestellte. In der aktuellen Regierung stellt sich CDU schon gegen die viel zu kurz greifenden Veränderungspläne der SPD. Das Prinzip „gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ ab dem ersten Arbeitstag ist mit beiden Fraktionen nicht zu machen.

Die Fraktion DIE LINKE setzt sich dafür ein, dass Leiharbeit in einer langfristigen Perspektive verboten wird. Sofort sind folgende Maßnahmen zu ergreifen:

  • Gleicher Lohn für gleiche Arbeit: Leiharbeiterinnen und Leiharbeiter müssen ab dem ersten Einsatztag in einem entleihenden Unternehmen den gleichen Lohn erhalten, ohne dass ein Tarifvertrag schlechtere Bedingungen vorsehen darf. Außerdem erhalten sie zusätzlich eine Flexibilitätsprämie.
  • Begrenzung der Überlassungshöchstdauer: Die Dauer, für die Leiharbeiter und Leiharbeiterinnen an ein und dasselbe Unternehmen verliehen werden können, darf drei Monate auf keinen Fall überschreiten.
  • Ausweitung der Mitbestimmung: Betriebsräte müssen über den Einsatz von Leiharbeit mitbestimmen können und ein Veto-Recht haben, wenn Stammarbeitsplätze ersetzt werden sollen.
  • Verbot von Leiharbeit in bestreikten Betrieben: Leiharbeiter und Leiharbeiterinnen dürfen nicht als Streikbrecher missbraucht werden.

 

Weiterführende Informationen zum Thema wie Parlamentarische Initiativen, Reden, Publikationen oder Pressemitteilungen finden Sie über unsere Suche.


 

Mehr zum Thema

07.05.2015 – ANTRAG – Drucksache Nr. 18/4839

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11.03.2013 – 17. Legislatur – ANTRAG – Drucksache Nr. 17/12560

Gleiche Arbeit - gleiches Geld in der Leiharbeit

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01.03.2012 – 17. Legislatur – ANTRAG – Drucksache Nr. 17/8794

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