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Exzellenzinitiative

Die Fraktion DIE LINKE setzt sich für eine hohe Qualität wissenschaftlicher Bildung in der Breite ein. Die Exzellenzinitiative steht dieser Politik diametral entgegen: Sie forciert das Zwei-Klassen-System in der Wissenschaft, einige wenige Hochschulen sollen dauerhaft zu international wettbewerbsfähigen „Eliteunis“ ausgebaut werden. Sog. „exzellente“ Studien- und Forschungsbedingungen bleiben im „Kampf um die besten Köpfe“ so einer privilegierten Minderheit vorbehalten – zu Lasten der breiten Mehrheit, denn die steigenden Drittmittelzuwendungen gehen mit absinkenden Grundbudgets der Hochschulen einher.

Demokratieabbau und marktförmige Aufstellung der Hochschulen werden durch die Exzellenzinitiative befördert. Die Zukunftskonzepte, mit denen sich die Hochschulen für den Titel Eliteuniversität bewerben, kommen nicht demokratisch zustande, sondern werden von Stäben der Präsidien und Rektorate oder gar von privaten PR-Agenturen ausgearbeitet. Gewählten Gremien werden häufig nur rudimentär beteiligt, obwohl es um die zentrale Planung für die weitere Entwicklung und Schwerpunktsetzung der ganzen Hochschule geht. Die Konkurrenz zwischen den Hochschulen um die Fördergelder setzt die Hochschulen unter Druck, schnell Entscheidungen treffen zu können und die Kompetenzen der Universitätsleitungen („Hochschulmanager“)zu erweitern.

Die aktuelle Debatte über eine mögliche dauerhafte Förderung einzelner elitärer Hochschulen durch den Bund zeigt, dass eine Politik, die die Bundesländer und die einzelnen Universitäten in einen Konkurrenzkampf zueinander setzt, das Gesamtsystem nicht stärkt. Völlig offen bleibt, wie sich die vielen Universitäten und Hochschulen entwickeln, die nicht für die Bundesförderung vorgesehen sind.

Die Fraktion DIE LINKE will Möglichkeiten einer dauerhaften Absicherung von Universitätshaushalten in Kooperation von Bund und Ländern entwickeln. Auch die unbestritten positiven Seiten der Exzellenzinitiative etwa in der Nachwuchsförderung oder der interdisziplinären Projektförderung könnten in Programmen der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) auf Dauer gestellt werden, ohne die leistungsfähige Struktur der deutschen Wissenschaftslandschaft zu zerschlagen.


Mehr zum Thema

08.06.2011 – ANTRAG – Drucksache Nr. 17/6094

Bildungsverantwortung gemeinsam wahrnehmen

Das Bildungssystem ist unterfinanziert und sozial ungerecht. Eine bessere Finanzausstattung sowie eine bessere Durchlässigkeit der Bildungssysteme der einzelnen Bundesländer können von Bund und Ländern nur gemeinsam erreicht werden. Der Bildungsföderalismus muss neu justiert werden. DIE LINKE formuliert hierfür Eckpunkte und fordert die Bundesregierung zum Handeln auf.

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25.11.2010 – ENTSCHLIEßUNGSANTRAG – Drucksache Nr. 17/3910

Entschließungsantrag Haushaltsgesetz 2011: Einzelplan 30

Wenn das Bildungssystem allen Kindern und Jugendlichen die gleichen beruflichen und persönlichen Perspektiven eröffnen soll, dann muss die strukturelle Unterfinanzierung der öffentlichen Bildungsinstitutionen beendet, die Bildungsförderung vom BAföG über Berufsausbildungsbeihilfen bis zur Aufstiegsfortbildungsförderung deutlich ausgebaut und der gebührenfreie Zugang aller zu Bildungseinrichtungen gewährleistet werden. DIE LINKE fordert daher, eine deutliche Prioritätensetzung im Bundeshaushalt zugunsten der Bildungsabgaben.

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19.05.2010 – ANTRAG – Drucksache Nr. 17/1737

Qualitätsoffensive für die Lehre starten - Einheit von Forschung und Lehre sichern

Die Qualität der Lehre ist seit dem Bildungsstreik ganz oben auf der Agenda. Wir wollen mit dem Antrag verdeutlichen, dass DIE LINKE für gute Lehre steht und Alternativen aufweisen. Schavan (und teilweise auch die Grünen) wollen die Betreuungsrelationen u.a. auch durch den Ausbau des Lehrdeputs oder neuen Personalkategorien erreichen. Wir wehren uns dagegen: Einheit von Forschung und Lehre sichern, gute Arbeitsbedingungen, mehr Personal und demokratische Mitbestimmung aller an den Hochschulen.

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