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EU-Außenpolitik

 

Die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik (GASP) ist ein bedeutendes Element der Politik der Europäischen Union (EU). Mit dem Vertrag von Maastricht 1992 begründet, sind die fünf Ziele der GASP:

  • die Wahrung der gemeinsamen Werte, der grundlegenden Interessen, der Unabhängigkeit und der Unversehrtheit der Union im Einklang mit den Grundsätzen der Charta der Vereinten Nationen,
  • die Stärkung der Sicherheit der Union,
  • die Wahrung des Friedens und die Stärkung der internationalen Sicherheit entsprechend den Grundsätzen der Charta der Vereinten Nationen,
  • die Förderung der internationalen Zusammenarbeit,
  • die Entwicklung und Stärkung von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit sowie die Achtung der Menschenrechte und Grundfreiheiten.

Ein entscheidender Bestandteil der GASP ist die Gemeinsame Europäische Sicherheits- und Verteidigungspolitik (GSVP). Seit Anfang des Jahrtausends ist die Europäische Union verstärkt außen- und sicherheitspolitisch tätig. Dafür wurden die militärischen Kapazitäten und eigene EU-Strukturen systematisch ausgebaut. Mit dem Vertrag von Lissabon wurde sogar eine militärische Aufrüstungsverpflichtung, wie auch die Europäische Rüstungsagentur primärrechtlich verankert. Zudem sah der Vertrag die Einrichtung eines Europäischen Auswärtigen Dienstes (EAD) vor, um die europäische Außenpolitik „kohärenter“ zu gestalten. Mit dem EAD, der seit 2010 zu einer eigenständigen Behörde mit mehreren tausend Mitarbeiter/innen ausgebaut wird (derzeit: 3.600), werden Instrumente der zivilen Konfliktbearbeitung wie auch der europäischen Entwicklungszusammenarbeit mit militärischen Strukturen zusammengefasst und zunehmend einer militärgestützten Kriseninterventionspolitik zur Durchsetzung geopolitischer Interessen untergeordnet. Nationalstaatliche Parlamente wie auch das Europäische Parlament haben im Politikbereich der GASP und GSVP fast keine demokratischen Rechte. Die Militarisierung der EU wurde mit dem Vertrag von Lissabon entscheidend vorangetrieben.

Heute ist die EU ausgestattet mit Kampftruppen, die binnen kürzester Zeit weltweit einsetzbar sind. Weiterhin wurden europäische Interventionstruppen sowie paramilitärische Polizeieinheiten aufgestellt. Missionen unter europäischer Flagge zur Krisenintervention und zur Ausbildung von örtlichen Sicherheitskräften sowie zur Flankierung von Einsätzen der UNO und NATO finden mittlerweile weltweit statt - unter anderem vor der Küste Somalias, in Bosnien sowie im Kosovo und Afghanistan zur Unterstützung der NATO, wo EU-Polizeieinheiten zu Ausbildungszwecken eingesetzt werden. Sicherheits- und Rüstungsforschung wird nun auch aus dem EU-Haushalt bzw. aus dafür geschaffenen Sonderfonds bezahlt. Rüstungsexporte aus EU-Mitgliedstaaten und europäische Rüstungskooperationen boomen.

Eigentlich zivil ausgewiesene Gelder des EU-Gemeinschaftshaushalts werden zu militärischen Zwecken missbraucht. Die Zusammenlegung entwicklungspolitischer und militärpolitischer Strukturen im EAD und das dem zu Grunde liegende Konzept der „vernetzten Sicherheit“ befördern und erleichtern dies zusätzlich. Besonders problematisch ist, dass eine parlamentarische Kontrolle der EU-Auslandseinsätze im Rahmen der GSVP praktisch nicht existiert.

Die Fraktion DIE LINKE setzt sich für die parlamentarische Kontrolle der gemeinsamen europäischen Außen- und Sicherheitspolitik ein. Sie fordert die militärischen Auslandseinsätze im Rahmen der Europäischen Außen- und Sicherheitspolitik zu beenden und die europäischen Kampftruppen aufzulösen. Die Europäische Union muss auf Abrüstung verpflichtet und EU-Rüstungsexporte müssen gestoppt werden. DIE LINKE fordert zudem, die Europäische Rüstungsagentur durch eine Abrüstungsagentur zu ersetzen.

Die Fraktion DIE LINKE tritt der Anwendung militärischer Gewalt zur Lösung von Konflikten entgegen und lehnt daher auch EU-Militäreinsätze ab. DIE LINKE kämpft für eine zivile und friedliche Europäische Union und setzt auf zivile Konfliktlösung und Konfliktvorbeugung. Die EU verfügt über große politische und enorme wirtschaftliche Möglichkeiten zur Konfliktvorbeugung und Konfliktbeilegung, die umfassend ausgeschöpft werden müssen. DIE LINKE lehnt deshalb auch den militärisch-diplomatischen EAD ab und fordert eine Entmilitarisierung der europäischen Verträge. 


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Zu dieser Anfrage liegt eine Antwort der Bundesregierung als Drucksache Nr. 17/1251 vor.

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