Energie ist teuer geworden. Die Ausgaben der privaten Haushalte für Energie stiegen in den letzten Jahren um ein vielfaches schneller als die sonstigen Verbraucherpreise. Das heißt für viele Privathaushalte: Es geht ans Eingemachte. Seit Anfang 2004 stiegen die Strompreise um 39 Prozent, Sprit und Erdgas verteuerten sich um rund 35 Prozent. Heizöl kostet gegenüber 2004 mehr als das Doppelte.
Obwohl Verbraucherinnen und Verbraucher insgesamt sparsamer mit Energie umgingen, stiegen die monatlichen Kosten für Strom, Gas und Heizung seit 2004 kontinuierlich an. Teures Öl und Gas allein rechtfertigt nicht die absurden Preiserhöhungen. Hauptgrund ist die kartellartig organisierte Energiewirtschaft. So treiben die Konzerne an der Strombörse gezielt den Marktpreis für elektrische Energie hoch. Die Bereitstellungskosten für Strom ab Kraftwerk sind nur halb so hoch wie der Handelspreis.
Kohle und Kernenergie waren 2009 die tragenden Säulen der Stromerzeugung: Knapp zwei Drittel des Stroms stammten daher. Marode Braunkohleblöcke und gefährliche Atommeiler produzierten preiswerte Grundlast-Energie, die dann aber zu Höchstpreisen auf den Markt gebraucht wird. Das bescherte RWE & Co. Sondergewinne in Milliardenhöhe. Noch einmal drei bis sechs Milliarden Euro jährlich stecken die Energieversorger durch den Emissionshandel in die eigene Tasche, indem sie die von der Bundesregierung kostenlos ausgereichten Emissionszertifikate auf den Strompreis aufschlagen. Die Zeche zahlen auch hier die Verbraucherinnen und Verbraucher über ihre Energierechnung.
Gleichzeitig ist Deutschland bei den fossilen Energien massiv abhängig von Importen aus wenigen Ländern. Gas und Öl kommen jeweils zu mehr als ein Drittel aus Russland. Ein weiteres Viertel des Öls kommt aus den Krisenregionen im Nahen Osten und in Afrika. Alle anderen Importe kommen aus europäischen Nachbarländern, obwohl Europa selbst von Importen abhängig ist. Die Bundesregierung tut wenig, um sich der fossilen Droge zu entziehen. Sie billigt den Bau neuer, klimaschädlicher Kohleblöcke, und mit einer zusätzlichen Gaspipeline durch die Ostsee erhöht sie sogar die Abhängigkeit von Russland. Damit sichert sie die Monopolmacht der Energiereisen - und sorgt für weiter steigende Energiepreise.
Zentrale Forderungen der Fraktion DIE LINKE. im Bundestag sind deshalb die Einführung einer wirksamen Strom- und Gaspreisaufsicht und die Einführung von Verbraucherbeiräten, die den Stromkundinnen und Stromkunden einen Einblick und ein Mitspracherecht bei der Preisgestaltung garantieren. Daneben fordert DIE LINKE auch die Einführung von Sozialtarifen, um Haushalten mit kleinem Geldbeutel sofort zu helfen. Die Energiewende muss kurzfristig sozial flankiert werden. Mittel- und langfristig ist der Ausstieg aus der fossil-atomaren Energiewirtschaft hin zu einer Energieversorgung aus erneuerbaren Energien bei gleichzeitig sparsamem und effizientem Umgang mit Energie der einzige Weg, um bezahlbare Energiepreise zu gewährleisten.
Zusätzliche Informationen bieten die Themen Energieeffizienz, Energiepoliti , Erneuerbare Energien und Verbraucherschutz.