Das Elterngeld war das große familienpolitische Prestigeprojekt der Bundesregierung. Es sollte einen Beitrag zu einer Familienpolitik jenseits der alten Rollenverteilung leisten, wonach den Müttern die Sorgearbeit und den Vätern die Ernährerrolle zugewiesen ist. Als weiteres Ziel sollte das Elterngeld die Vereinbarkeit von Familie und Beruf stärken und mit den Vätermonaten einen Anreiz für Väter setzen, sich stärker an der Erziehungsarbeit zu beteiligen. Der Anspruch auf Elterngeld steigt von 12 Monaten auf 14 Monate, wenn der Vater sich mindestens zwei Monate beteiligt und für diesen Zeitraum aus seiner Arbeitswelt aussteigt. Eltern erhalten jeweils 67% ihres durchschnittlichen Nettoeinkommens als Elterngeld, mindestens aber 300 Euro.
Mit diesem Anliegen ist die Bundesregierung gescheitert. Hinzu kamen die Einschnitte aus dem Sparpaket 2011, wo alleine beim Elterngeld 600 Mio. gekürzt wurde. Die Mängel des derzeitigen Erziehungsgeldes liegen offen auf dem Tisch:
Die Fraktion DIE LINKE setzt sich dafür ein, das Elterngeld zu einem sozial ausgestalteten Elterngeldkonto weiterzuentwickeln:
Vereinbarkeit Familie und Arbeitswelt stärken: Ein Teilelterngeldbezug soll Müttern und Väter die Möglichkeit geben, Arbeitswelt und Verantwortung in der Familie besser zu vereinbaren. In diesem Fall gilt pro Monat Teilzeitelterngeldbezug nur ein halber Monat des Elterngeldanspruchs pro Elternteil als verbraucht.
Mit dem Antrag liegen die Grundlinien für eine zukunftsweisende und moderne Familienpolitik vor, die Alternativen zu dem konzeptlosen Handeln der Bundesregierung aufzeigen. Im Fokus steht der Gedanke einer Familienpolitik, die sich zum einen an Gleichstellungspoltik orientieren und zum anderen durch eine Offenheit gegenüber unterschiedlichen Familienmodellen auszeichnen. Weitere Schwerpunkt sind die Bekämpfung von Armut und der Ausbau einer familienfreundlichen Infrastruktur.
Mit der Einführung des Elterngeldes strebte die letzte Bundesregierung unter anderem eine höhere Sorgebeteiligung der Väter an. Der Koalitionsvertrag von CDU/CSU und FDP sah sogar den Ausbau des Elterngeldes und die Stärkung der Vätermonate vor. Stattdessen wurde das Elterngeld 2011 gekürzt. Nach wie vor nehmen nur wenige Väter Elterngeldleistungen in Anspruch und wenn sie es tun, dann überwiegend nur zwei Monate. Die Linksfraktion will mit dieser Kleinen Anfrage die Situation näher analysieren und thematisieren.
Zielsetzung der Kleinen Anfrage ist es, die Kürzung des Elterngeldes für Hartz IV Empfänger/innen abzufragen und zu thematisieren.
Zielsetzung ist es, die Kürzung des Elterngeldes, insbesondere für Hartz IV Empfänger/innen, sowie die Rechtsunsicherheiten im Übergangszeitraum abzufragen und zu thematisieren.
Die Bundesregierung will das Elterngeld für Hartz IV Empfänger und für mittlere Einkommen kürzen. Wir fragen nach, welche Konsequenzen das für die Betroffenen hätte. Insbesondere wollen wir mit der Kleinen Anfrage zeigen, dass die Änderungen auch Bezieher des Kinderzuschlags trifft und vor allem Alleinerziehende massiv benachteiligt.