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Chancengleichheit in der Bildung

„Jeder hat die gleichen Chancen. Wer versagt, hat sich nicht genügend angestrengt.“ Diesen Satz hört man oft. Die PISA-Studien belegen jedoch, dass es in der Bildung keine Chancengleichheit gibt. Selbst bei gleichem Niveau in Lesen und Mathematik sind die Chancen von Kindern aus Akademikerhaushalten im Durchschnitt viermal größer als bei Kindern aus Facharbeiterfamilien. Kinder aus Migrantenfamilien sind dabei besonders benachteiligt. Die Kultusminister der Länder vertuschen diese Ungerechtigkeit - sie lassen gar nicht mehr untersuchen, ob Kinder aus bildungsfernen und finanzschwachen Elternhäusern bei der Schulwahl benachteiligt werden. Zudem diskriminiert das deutsche Bildungssystem entgegen den Vorgaben der UN-Behindertenrechtskonvention chronisch kranke und behinderte Kinder. Die meisten werden auf sogenannte Sonderschulen abgeschoben, die wenigsten dürfen mit den anderen Kindern auf integrierte Schulen gehen.

Immer mehr wohlhabende Eltern schicken ihre Kinder zur Nachhilfe oder gründen Privatschulen, weil die Lernbedingungen in der Schule schlechter werden.  Zahlreiche Unterrichtsstunden werden von Vertretungslehrkräften abgehalten. Die Klassen sind zu groß und es mangelt an ausreichend Lehrpersonal. Kinder aus Arbeiterfamilien können sich aber keine Nachhilfe oder Schulgebühren leisten.

Schülerinnen und Schüler kommen mit unterschiedlichen Voraussetzungen in die Schule. Jedes Kind ist einzigartig und will Schritt für Schritt auf individuelle Art und Weise die Welt begreifen lernen.  Nach wie vor können die Schulen nicht auf die Stärken und Schwächen des Einzelnen eingehen. Wer nicht mithalten kann, wird abgestraft. So entsteht Frust bei den Schülerinnen und Schülern. Sie werden je nach Lerntempo und Bundesland vor- und aussortiert: nach der Grundschule auf Haupt-, Real- und Förderschule oder Gymnasium. Das Schulsystem ist streng hierarchisch aufgebaut und nur nach unten durchlässig. Auf einen „höheren“ Schultyp zu wechseln, schaffen die wenigsten.

Die Fraktion DIE LINKE. im Bundestag meint: Gute Bildung für alle ist möglich. Bildung muss so organisiert sein, dass alle Kinder und Jugendlichen gut lernen können – unabhängig vom Geldbeutel und Bildungsstand der Eltern,  Herkunft oder Beeinträchtigungen. Statt dauerndem Leistungsdruck sollten der Lernerfolg und die Teilhabe an Bildung von allen Schülerinnen und Schülern das Ziel der Schule sein. Selbstbestimmtes Lernen, heterogene Lerngruppen, neue Lehr- und Lernkonzepte müssen dabei im Zentrum stehen. Bei unterschiedlichen Startbedingungen von Chancengleichheit zu sprechen, ist Augenwischerei. Skandinavische Länder machen es vor: dort haben Arbeiterkinder und Akademikerkinder nahezu den gleichen Bildungserfolg.

Bildung muss vom Kindergarten bis zur Hochschule gebührenfrei sein. DIE LINKE ist für eine Gemeinschaftsschule, auf der alle Kinder und Jugendlichen individuell gefördert werden und im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention gemeinsam an Bildung teilhaben. DIE LINKE fordert mehr Ganztagsschulen, kleinere Klassen und mehr Lehrerinnen und Lehrer, damit diese die Schülerinnen und Schüler besser fördern können. So kann private Nachhilfe überflüssig werden, und alle Kinder und Jugendliche mehr lernen und an guter Bildung teilhaben.


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