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Atomenergie

 

Kurz vor dem 25. Jahrestag von Tschernobyl hat die Katastrophe der japanischen Atomkraftwerke in Fukushima der Welt auf dramatische Weise abermals die unbeherrschbaren Gefahren der Atomkraft vor Augen geführt. Die schrecklichen Ereignisse in Japan verdeutlichen erneut: Der Betrieb von Atomkraftwerken ist unverantwortbar, in Japan, in Deutschland, weltweit. Nur ein zurückgebautes Atomkraftwerk ist ein sicheres Atomkraftwerk.

Vier Tage nach dem Erdbeben in Japan verkündete Bundeskanzlerin Angela Merkel, dass die sieben ältesten Atomkraftwerke sowie das AKW Krümmel im Rahmen eines „Atom“-Moratoriums vorüber-gehend vom Netz gehen sollen. Durch den Ende Juni 2011 im Bundestag beschlossenen Atomkompromiss werden diese Meiler nun dauerhaft stillgelegt. Gegenüber dem rot-grünen Atomkonsens bedeutet die Stilllegung der acht Moratoriumsmeiler eine Beschleunigung. Vier der Atomkraftwerke – Brunsbüttel, Isar 1, Unterweser und Philippsburg 1 – wären laut Rot-Grün erst 2012 bzw. 2013 vom Netz gegangen.

Die übrigen Atomkraftwerke sollen schrittweise bis zum Ende des Jahres 2022 stillgelegt werden. Für jedes AKW wurde eine maximale Laufzeit festgelegt. Wie schon im rot-grünen Atomausstieg richten sich die AKW-Restlaufzeiten an den Profitinteressen der Betreiber – so steht es explizit in der Gesetzesbegründung: „Auch die nunmehr vorgesehene zeitliche Befristung der Berechtigung zum Leistungsbetrieb ist (...) so ausgestaltet, dass die von dieser Regelung betroffenen Unternehmen nicht unverhältnismäßig belastet werden und den Betreibern eine Amortisation der Investitionen sowie die Erzielung eines angemessenen Gewinns weiterhin ermöglicht wird.“

Elf weitere Jahre setzt die schwarz-gelbe Bundesregierung unterstützt von SPD und Grünen auf die Atomkraft. Laut Atomkompromiss sind zur Bundestagswahl 2021 noch sechs AKWs am Netz. Nicht auszuschließen, dass zehn Jahre nach Fukushima dann eine neue Debatte um AKW-Laufzeitverlängerungen droht. Das ist kein Ausstiegsbeschluss, sondern ein gefährliches Spiel mit der Sicherheit der Bevölkerung. DIE LINKE wird im Parlament und auf der Straße weiter für einen deutlich schnelleren Atomausstieg streiten.

Die Fraktion DIE LINKE. im Bundestag fordert die unverzügliche und unumkehrbare Stilllegung aller Atomanlagen. Der Kraftwerkspark in Deutschland ist derart überdimensioniert, dass statt der beschlossenen acht sofort elf Atomkraftwerke vom Netz gehen können – ohne die Versorgungssicherheit zu gefährden. Ein vollständiger Atomausstieg ist bis zum Ende des Jahres 2014 technisch machbar. Statt durch lange Laufzeiten von AKWs eine Hintertür für deren Weiterbetrieb offen zu halten, muss der Atomausstieg im Grundgesetz verankert und damit unumkehrbar gemacht werden.

Zusätzliche Informationen bietet das Thema Energiepolitik.


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