Niedriglöhne
Fast jede und jeder vierte Beschäftigte in Deutschland muss heute zu einem Niedriglohn arbeiten. Das sind ca. 6,5 Millionen Menschen. Sie sind arm trotz Arbeit. Schlecht bezahlte Arbeit hat erheblich zugenommen: Im Jahr 1995 war „nur“ jeder sechste Arbeitnehmer im Niedriglohnbereich beschäftigt. Von einem Niedriglohn spricht man, wenn jemand weniger als 9,61 Euro (West) bzw. 6,81 Euro (Ost) pro Stunde verdient. Besonders häufig müssen sich Frauen mit einem Niedriglohn begnügen. 70 Prozent der Niedriglohnbeschäftigten sind Frauen. Über 90 Prozent der Minijobber und Minijobberinnen bekommen nur einen geringen Stundenlohn. Auch Qualifikation schützt kaum noch vor niedrigen Löhnen. Drei von vier Niedriglohnbeschäftigten haben eine abgeschlossene Berufsausbildung oder sogar einen Hochschulabschluss.Die Bundesregierungen unter Schröder und Merkel haben Lohndumping und die Ausbreitung ungesicherter, schlecht entlohnter Beschäftigung gefördert, insbesondere dadurch, dass sie Mini-/Midi-Jobs und Leiharbeit erleichtert haben. Mit den Hartz-Gesetzen der Allparteienkoalition aus SPD, Grünen, CDU/CSU und FDP in Bundestag und Bundesrat wurde der Druck auf Erwerbslose und Beschäftigte erhöht, auch schlecht bezahlte Arbeit zu akzeptieren. Dieser Zustand ist unannehmbar. Wer arbeitet, muss einen anständigen Lohn dafür bekommen. Erst recht angesichts steigender Unternehmensgewinne. DIE LINKE setzt sich für mehr gute Arbeit ein. Das bedeutet nicht zuletzt gute Löhne.
Die Fraktion DIE LINKE fordert einen gesetzlichen Mindestlohn, damit Armut trotz Arbeit verringert werden kann. Wir wollen einen flächendeckenden Mindestlohn einführen, der in dieser Wahlperiode 10 Euro erreichen soll, aber Jahr für Jahr mindestens in dem Maße wächst, wie die Lebenshaltungskosten steigen. Außerdem setzen wir uns dafür ein, dass prekäre Beschäftigungsverhältnisse zugunsten Existenz sichernder, sozialversicherungspflichtiger Arbeit abgebaut werden. Dafür müssen Minijobs, Leiharbeit und Befristungen zurückgedrängt oder abgeschafft werden. Um den Druck auf Erwerbslose zu reduzieren, ist zweierlei notwendig: eine längere Zahlung des Arbeitslosengeldes I und eine Existenz sichernde und sanktionsfreie soziale Mindestsicherung.
Niedriglöhne bekämpfen - gesetzlichen Mindestlohn einführen
Die Fraktion DIE LINKE fordert einen flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn in Höhe von 10 Euro pro Stunde, der noch innerhalb dieser Legislaturperiode eingeführt wird. Die vorherigen Bundesregierungen haben durch Hartz IV, Minijobs und Leiharbeit den Niedriglohnsektor massiv ausgeweitet. Die jetzige Bundesregierung zementiert diese Linie. Hier muss endlich Einhalt geboten werden, indem ein gesetzlicher Mindestlohn eingeführt wird, der eine allgemeine Untergrenze für die Entlohnung bildet.
Mehr (PDF)Folgen der Krise für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer abmildern - ALG I befristet auf 24 Monate verlängern
Die soziale Sicherheit der Beschäftigten zu erhöhen, ist eine zentrale Zielsetzung der Linken. Es ist zwingend erforderlich einen Schutzschirm für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu errichten, um weitere finanzielle Einbußen und Vermögensverluste zu verhindern und massenhafte Abstürze in Hartz IV zu vermeiden. In diesem Zusammenhang ist die finanzielle Ausstattung der BA zu verbessern und die Defizithaftung des Bundes für die BA wieder einzuführen.
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