Für eine neue soziale Idee.

Rente ab 67

2007 hat die große Koalition aus Union und SPD beschlossen, die Regelaltersgrenze für eine abschlagsfreie Rente von 2012 ab schrittweise auf 67 Jahre anzuheben. Wer 1946 geboren ist, hat mit 65 Jahren und einem Monat Anspruch auf eine abschlagsfreie Regelaltersrente. Für alle Geburtsjahrgänge ab 1964 gibt es die Rente erst mit 67 Jahren. Wer dann mit 65 Jahren in Rente geht, muss lebenslang Abschläge von 7,2 Prozent auf seine Rente hinnehmen, wer mit 63 Jahren gehen muss, sogar 14,4 Prozent.

Für viele Menschen wird die Rente ab 67 zu Rentenkürzungen führen, weil sie aus gesundheitlichen Gründen nicht so lange durchhalten können oder weil die Betriebe sie nicht mehr brauchen. Sie müssen dann in eine Rente mit hohen Abschlägen gehen oder sich mit prekären Jobs oder Hartz IV-Bezug bis zum höheren Rentenalter hangeln. Dies wird zu vermehrter Altersarmut führen.

Die Rente ab 67 spricht zudem den Realitäten am Arbeitsmarkt Hohn: das faktische Renteneintrittsalter liegt mit gut 63 Jahren weit unter dem derzeit noch geltenden gesetzlichen Rentenalter von 65 Jahren. Bereits heute geht mehr als die Hälfte der Beschäftigten mit Abschlägen in Rente. Nur eine verschwindende Minderheit schafft den Übergang in den Ruhestand aus einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung.

Die Rente ab 67 war deshalb schon vor der Krise sozialpolitisch unverantwortlich und arbeitsmarktpolitisch widersinnig. Sie ist einzig und allein ein Instrument zur Deckelung des Beitragssatzes zur Rentenversicherung durch verdeckte Rentenkürzungen. Gleichzeitig ist sie nicht geeignet, die Finanzierungsbasis der gesetzlichen Rentenversicherung nachhaltig zu verbessern.

DIE LINKE lehnt die Rente ab 67 ab und fordert stattdessen flexible Ausstiegsmöglichkeiten vor dem 65. Lebensjahr. Wir wollen eine Fortführung der Förderung der Altersteilzeit durch die Bundesagentur für Arbeit und einen verbesserten und abschlagsfreien Zugang zu Erwerbsminderungsrenten, damit Menschen sozial verträglich in den Ruhestand gehen können.

Im Jahr 2010 muss die Bundesregierung überprüfen, ob die Einführung der Rente ab 67 vor dem Hintergrund der Beschäftigungssitutation sowie der wirtschaftlichen und sozialen Lage Älterer vertretbar ist. DIE LINKE wird die Bundesregierung gemeinsam mit Sozialverbänden und Gewerkschaften zwingen, diese Überprüfung Ernst zu nehmen und die einzig richtige Schlussfolgerung aus den Realitäten zu ziehen: Die Rücknahme der Rente ab 67!


Mehr zu diesem Thema:

11.12.2009 – Grosse Anfrage – Drucksache 17/169

Beschäftigungssituation Älterer, ihre wirtschaftliche und soziale Lage und die Rente ab 67

Alle Zeichen deuten darauf hin, dass die Bundesregierung die im Jahr 2010 anstehende Überprüfung der Rente ab 67 nicht ernst nehmen und die Anhebung des Rentenalters ohne Rücksicht auf die Realitäten der Arbeitsmarktsituation Älterer durchziehen wird. Mit der großen Anfrage zwingt DIE LINKE die Regierung die Überprüfung ernst zu nehmen und Fakten über die wahre Lage auf den Tisch zu legen.

 Mehr (PDF)   /// Für diese Anfrage liegt eine Antwort der Bundesregierung als Drucksache 17/2271 vor. Antwort lesen (PDF)