Energieeffizienz
Cleverer Umgang mit EnergieDie größte „erneuerbare Energiequelle“ steckt in unseren Köpfen. Durch clevere Nutzung von Strom, Wärme und Kraftstoffen kann mit weniger Energie mehr erreicht werden. Ziel ist für DIE LINKE. deshalb eine Halbierung des Energieverbrauchs bis 2050. Erreichbar ist das, indem der Wirkungsgrad bei der Erzeugung und beim Verbrauch gesteigert und nur so viel Energie engesetzt wird, wie wirklich nötigt.
In der Industrie entfällt die Hälft des Stromverbrauchs auf Elektromotoren. Sie laufen meist ungeregelt mit „Vollgas“. Durch eine elektronische Steuerung können Drehzahl und Leistung dem Bedarf angepasst und der Energiehunger um bis zu 40 Prozent reduziert werden. Ähnliches gilt für die Nutzung von Prozesswärme und Heizenergie. Für einen wirksamen Klimaschutz macht es daher Sinn, die Industrie zu mehr Energieeffizienz zu verpflichten.
Haushaltsgeräte verbrauchen ebenfalls zu viel Energie. Wer nach dem „Geiz-Ist-Geil“-Prinzip billige Ware kauft, zahlt meist drauf. Energiespargeräte sind zwar oft teurer, machen sich aber schon nach wenigen Jahren bezahlt, da sie mit weniger Strom auskommen. Der Bau von sparsamen Kühlschränken und Waschmaschinen muss deshalb zur Pflicht werden, damit Energiefresser vom Markt verschwinden.
Am meisten Energie lässt sich beim Heizen sparen. Das zeigt das Prinzip des Passivhauses. Durch konsequente Dämmung und Wärmerückgewinnung kommen solche Häuser ohne Heizung aus. Sie nutzen die passiven Wärmequellen, wie die Abwärme beim Kochen, oder die Sonnenwärme, die durch die Fenster kommt. Mehrere tausend Passivhäuser in Deutschland zeigen: Der Energiebedarf von Gebäuden kann gegenüber dem Bestand um 90 Prozent reduziert werden.
Ein Trauerspiel ist der Verkehr. Hier zeigt sich, dass weichgespülte Selbstverpflichtungen der Industrie nicht greifen. Die europäischen Automobilhersteller hatten zugesagt, den Kohlendioxid-Ausstoß ihrer Fahrzeuge bis 2008 auf 140 Gramm und bis 2012 auf 120 Gramm je Kilometer zu senken. Vor allem die deutschen Autobauer sind von ihrem eigenen Versprechen weit entfernt: Hersteller wie DamlerCrysler, BMW und Porsche liegen um 31 bis 112 Prozent über dem selbst gesteckten Ziel. Die neue Modellpalette zeigt, dass die Klimagase eher zu- als abnehmen. DIE LINKE. fordert deshalb mehr Busse und Bahnen sowie verbindliche Senkungsziele für die Automobilindustrie. Die Klimagasmarken von 140 Gramm CO2 je Kilometer bis 2008 und 120 Gramm bis 2012 müssen Pflicht werden.
DIE LINKE. fordert neben anspruchsvollen gesetzlichen Standards im Energie- und Verkehrsbereich ein staatliches Investitionsprogramm zur beschleunigten Erschließung von Energiespar-Potenzialen. Die Einrichtung eines „Energiesparfonds“ würde umfangreiche Investitionen anstoßen, Arbeitsplätze in der heimischen Wirtschaft schaffen und einen großen Beitrag zum Klimaschutz liefern.
