Die Konferenz wird ausgerichtet von den Landtagsfraktionen DIE LINKE in den fünf Küsten- ländern Hamburg, Bremen, Niedersachsen, Schleswig- Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, der Bundestagsfraktion DIE LINKE, der Fraktionsvorsitzendenkonferenz DIE LINKE sowie der Fraktion GUE/NGL im Europäischen Parlament.
Die Konferenz findet statt am Sonnabend, 13. November 2010, von 11 bis 17 Uhr
im Bürgerschaftssaal im Rathaus Wismar, Am Markt 1, in 23966 Wismar und
im Steigenberger Hotel Stadt Hamburg, Am Markt 24, in 23966 Wismar.
Die »Erfolgsgeschichte« des »Exportweltmeisters« Deutschland ist eng mit der Entwicklung der deutschen Seehäfen verknüpft. Umschlagrekorde im Jahresrhythmus bei Gütern und zweistellige Zuwachsraten im Containerverkehr suggerierten der Hafenwirtschaft den Traum immerwährenden Wachstums. Die globale Finanz- und Wirtschaftskrise haben die deutschen Seehäfen und die regionale Ökonomie auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Folge der dramatischen Einbrüche in den internationalen Warenumschlägen sind Insolvenzen, Massenentlassungen, Kurzarbeit und Lohndumping. Die Hafenwirtschaft schlägt Alarm, Werften und Reedereien melden »die Küste brennt«. Die Logistikbranche leidet unter wachsenden Kapazitäten und einem drastischen Verfall der Frachtraten für Container. So ging im Jahr 2009 der Güterumschlag in den norddeutschen Häfen um rund 20 Prozent, der Containerumsatz gar um rund 30 Prozent zurück. Der Güterumschlag konnte sich dieses Jahr zwar leicht erholen und zum Beispiel in den Bremischen Häfen wieder um 18 Prozent und in Hamburg um 8,6 Prozent zulegen, doch das Vorkrisenniveau ist noch lange nicht erreicht. Es gibt einen dramatischen Einbruch im Schiffbau, doch konjunkturpolitische Hilfen zur Rettung der Werften wurden von der Regierung abgelehnt. Die Schiffbauumfrage 2010 des Instituts Arbeit und Wirtschaft der Universität Bremen vom September dieses Jahres zeigt, dass sich die Situation auf den deutschen Werften weiter zuspitzt und grade erst ihren Höhepunkt erreicht. Es wird ein weiterer Beschäftigungsrückgang von noch einmal fast 700 Menschen angenommen. Der deutsche Schiffbau braucht eine neue Perspektive, die auf der Konferenz durch ein Gutachten von Prof. Krüger vorgestellt wird. Gleichzeitig wächst die Konkurrenz der norddeutschen Häfen untereinander, jeder Standort will mit Ausbau von Flüssen und Seehäfen einen Wettbewerbsvorteil erstreiten und konkurriert um den Ausbau seiner Verkehrsinfrastruktur zur Abwicklung der Hinterlandverkehre. Dies ist aber weder ökonomisch, noch verkehrspolitisch, geschweige denn ökologisch sinnvoll und vertretbar. Vor diesem Hintergrund und angesichts der ökologischen Herausforderungen und der Bedeutung der maritimen Wirtschaft gewinnt ein eigenes bundesländerübergreifendes Konzept einer sozial und ökologisch ausgewogenen maritimen Politik immer mehr an Bedeutung.
Begrüßung/Einleitung
Rathaus Wismar, Bürgerschaftssaal
11.00 Uhr: Begrüßung
Peter Erlanson, Vorsitzender der Fraktionsvorsitzendenkonferenz DIE LINKE
Impulsreferate
11.10 Uhr: Maritime Wirtschaft in der Krise:
Die Situation der Werften an der Ostseeküste –
Handlungsbedarf aus Sicht der Partei DIE LINKE
Helmut Holter, Fraktionsvorsitzender der Landtagsfraktion DIE LINKE. Mecklenburg-Vorpommern
11.30 Uhr, Globalisierung:
Erst Segen, nun Fluch für die maritime Wirtschaft? Skizzierung der Entwicklung der globalen Handelsströme, der aktuellen Krise und den Folgen
Prof. Rudolf Hickel, ehem. Direktor des Instituts Arbeit und Wirtschaft der Universität Bremen, Memorandum – Gruppe Alternative Wirtschaftspolitik
12.00 Uhr, Kommentare und kurze Diskussion
12.30 bis 13.15 Uhr Mittagspause
Parallele Fachforen
Hotel Steigenberger
13.15 bis 15.45 Uhr
Forum 1 – Zukunft Schiffbau
Der Schiffbau als Schlüsselindustrie oder Auslaufmodell? Reaktion auf den maritimen Strukturwandel zwischen nationaler Konkurrenz und europäischer Industriepolitik
Prof. Dr. Ing. Stefan Krüger, TU Hamburg-Harburg, Dozent
Jutta Blankau, IG Metall Küste, Bezirksleiterin
Sabine Wils, MdEP DIE LINKE. im Europaparlament
Moderation: Helmut Holter, MdL DIE LINKE. Mecklenburg-Vorpommern
Forum 2 – Seeschifffahrt
Arbeitsbedingungen, Verkehrsströme und wirtschaftliche Entwicklungen des Güterund Personenverkehrs in Nord- und Ostsee
Gert Hüfner, ver.di, Gewerkschaftssekretär für Seeleute
Wilhelm Zechner, ehem. Bundesfachgruppenleiter, ver.di-Bundesverwaltung
Bernd Friedrichs, Scandlines, Betriebsratsvorsitzender
Moderation: Walter Müller, MdBB DIE LINKE. Bremen
Forum 3 – Norddeutsche Seehäfen
Ökonomische und arbeitsmarktpolitische Folgen der Wirtschafts- und Finanzkrise für die norddeutschen Seehäfen und Perspektiven
Bernt Kamin-Seggewies, ver.di, Sprecher der Bundesfachgruppe Häfen und Präsident der europäischen Hafenarbeitergewerkschaften in der ETF
Dr. Joachim Bischoff, Publizist, MdHB DIE LINKE. Hamburg
Moderation: Norbert Hackbusch, MdHB DIE LINKE. Hamburg
Forum 4 – Kooperation der Häfen als Ausweg?
Wege der Kooperation und strukturierten Arbeitsteilung der norddeutschen Seehäfen statt Standortkonkurrenz und konzeptloser Verkehrsinvestitionen in Einzelprojekte
Dr. Walter Feldt, Umwelt Media Consult sowie BUND Niedersachsen, Sprecher des wissenschaftlichen Beirats
Andreas Bergemann, Eurogate, Arbeitsdirektor, Bremerhaven, sowie ehem. ver.di-Gewerkschaftssekretär für Verkehr und Leiter der Bundesfachgruppe Häfen
Moderation: Herbert Behrens, MdB DIE LINKE
Forum 5 – Hinterlandanbindung der Seehäfen
Ökologische Verkehrskonzepte zur Anbindung der norddeutschen Seehäfen und Abwicklung der Verkehrsströme
Roland Sellien, Studiengruppe Nahverkehr – SGNV
Dr. Markus Ksoll, Deutsche Bahn AG, Leiter Verbände und Wissenschaft im Bereich Verkehrspolitik
Moderation: Ursula Weisser-Roelle, MdL DIE LINKE. Niedersachsen
Panel mit Ergebnisberichten, Podiumsdiskussion und Fazit
15.45 Uhr: Bericht aus den fünf Foren und Nachfragen aus dem Plenum
16.45 Uhr: Fazit – Wie weiter mit der maritimen Wirtschaft?
Herbert Behrens, MdB DIE LINKE
17.00 Uhr: Ende
Am Abend findet in Wismar das 9. Wismarer Honky Tonk® Kneipenfestival statt, das die Konferenzveranstalterin den Teilnehmenden empfiehlt.
Wir empfehlen die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Vom Bahnhof Wismar ist der Veranstaltungsort fußläufig zu erreichen (ca. 800 Meter).
Für Teilnehmer, die mit dem PKW anreisen, werden voraussichtlich eine begrenzte Zahl Parkplätze zur Verfügung stehen. Nähere Informationen dazu folgen.