Linke Auswege aus der Krise − ökonomische und soziale Perspektiven
20.03.2009 12:00 Uhr bis 21.03.2009 16:00 Uhr
Internationale Konferenz der Bundestagsfraktion DIE LINKE und der Rosa-Luxemburg-Stiftung
Deutscher Bundestag, Marie-Elisabeth-Lüders-Haus, Raum 3.001, Adele-Schreiber-Krieger-Straße
Die Weltwirtschaft steht vor einem Abgrund. Die Regierungen der Industriestaaten geben Billionen Euro und Dollar für Bankenrettung und Konjunkturprogramme aus. Zugleich droht Millionen Menschen der Weg in Arbeitslosigkeit und prekäre Lebensverhältnisse, wird der Süden der Erde weiter verarmen wenn nicht schnell ein Umsteuern gelingt. Die Krise markiert einen Epochenbruch, der ein Weiter-So unmöglich macht.
Was sich in der Weltwirtschaft jetzt dringend ändern muss und welchen Beitrag die Systeme der sozialen Sicherung zur Krisenbewältigung leisten können: Unmittelbar vor den europaweiten Demonstrationen am 28. März und dem April-Treffen der G20 in London diskutieren prominente Wissenschaftler, Politiker, Vertreter sozialer Bewegungen und Gewerkschafter aus dem In- und Ausland.
Wie sehen linke Antworten auf die anstehenden Veränderungen aus? Inwiefern müssen sich linke Positionen selbst verändern?
Freitag 20. März
12 Uhr Eröffnung
Dr. Barbara Höll, MdB
Prof. Dr. Michael Brie, Rosa-Luxemburg-Stiftung
12.15 Uhr Ende des Neoliberalismus.
Alternativen zum finanzmarktgetriebenen Kapitalismus
Susan George, Transnational Institute, Ehrenpräsidentin ATTAC Frankreich
13 Uhr Schuldendeflation: Störfaktor einer Reform des Weltwährungssystems
Eric Janszen, Gründer der Finanzmarkt-Community iTulip, Autor und Ex-Fondsmanager
14 Uhr Kaffepause
14.30–16.30 Uhr Nach dem Crash.
Lehren aus der Finanz- und Bankenkrise
Prof. Dr. Stephen Gill, York University Toronto
Dierk Hirschel, Chefvolkswirt DGB
Lucas Zeise, Kommentator FTD
Prof. Dr. Jörg Huffschmid, Präsident Euromemo
Moderation Dr. Axel Troost, MdB
16.45 Uhr Auswirkungen der Krisen im Norden auf Schwellen - und Entwicklungsländer (noch in Abstimmung)
Prof. Dr. Yashpal Tandon, South Centre Genf
17.30 Uhr Stehempfang
Samstag, 21. März
Soziale Sicherung in der Wirtschaftkrise
10 Uhr Begrüßung
Klaus Ernst, MdB
Impulsreferate
Margret Mönig-Raane, Stellv. Vorsitzende Ver.di
Dr. Gregor Gysi, MdB
Wolfgang Neskovic, MdB
12 Uhr Mittagspause
13 Uhr Parallele Workshops
I. Für eine Renaissance des Sozialstaats in Europa
Axel Gerntke, IG Metall
Dr. Ulrich Schneider, Paritätischer Wohlfahrtsverband
Dr. Heidi Knake-Werner, Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales, Berlin
Adolf Bauer, Sozialverband Deutschland
Moderation Dr. Martina Bunge, MdB
II. Weltwirtschaftskrise und alternative Weltwirtschaftsordnung
Nicola Bullard, Focus on the Global South
Peter Wahl, Weed, Attac
Prof. Dr. Elmar Altvater, Wissenschaftlicher Beirat Attac, Zukunftskomission der RLS
Moderation Heike Hänsel, MdB
III. Globale Wirtschaftsdemokratie als Alternative
Prof. Dr. Yashpal Tandon, South Centre Genf
Prof. Michael R. Krätke, Lancaster University
Dr. Susan George, Transnational Institute, Ehrenpräsidentin Attac Frankreich
Moderation Ulla Lötzer, MdB
15.30 Uhr Schlussvortrag
Mit Rosa Luxemburg: Linke Antworten auf die Wirtschaftskrise
Prof. Dr.
Walden Bello, Träger des alternativen Nobelpreises, Freedon from Debt Coalition
16.15 Uhr Ende
Hinweis: Arbeitssprachen sind Englisch und Deutsch.
Es wird simultan übersetzt.
Globalisierung
Welthandel und Kapitalverkehr sind in den vergangenen Jahrzehnten immer schneller gewachsen. Waren durchlaufen oft Produktionsschritte in zahlreichen verschiedenen Ländern, bevor sie irgendwo in den Handel kommen. Diese internationale wirtschaftliche Verflechtung wird als Globalisierung bezeichnet und ist zu einem großen Teil Ergebnis einer bewusst betriebenen Politik: Mit der Freigabe von Wechselkursen und der Abschaffung von Kapitalverkehrskontrollen wurde der Kapitalverkehr liberalisiert. Auch bei Gütern und Dienstleistungen setzte sich das Leitbild des Freihandels durch. Im Welthandelsregime der WTO wurde schließlich der Abbau von Zöllen und anderen Regeln verbindlich festgeschrieben. Mehr
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