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Rede


14.03.2016 Petra Pau

Gemeinsam gegen Antisemitismus, immerwährend und vielfältig

Sehr geehrte Damen und Herren,


schaut man in die Geschichte und in die Gegenwart, so scheint Antisemitismus eine immerwährende und vielfältige Form von Menschenfeindlichkeit zu sein.

Das ist keine Erklärung, sondern eine gemeinsame Aufforderung, uns ebenso immerwährend und vielfältig gegen Antisemitismus zu engagieren.

2009 fand in London der 1. ICCA-Kongress statt. 2012 folge in Ottawas der 2. ICCA-Kongress. Nun begrüße ich Sie in Berlin zum 3. ICCA-Kongress.

In dieser Stadt planten und organisierten die Nazis den Holocaust, die Shoa.
9 Millionen Jüdinnen und Juden wurden so 1933 – 1945 systematisch ermordet.

Sie finden in Berlin zahlreiche Gedenkstätten, die daran erinnern.
Unser Anliegen ist es zu verhindern, dass sich so etwas je wiederholen kann.

Der Deutsche Bundestag und das Auswärtige Amt sind Partner unserer Konferenz. Dafür danke ich allen Beteiligten.

Aber es ist kein Berliner Kongress, sondern eine internationale Konferenz der ICCA. Dazu begrüße ich alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer herzlich.

Der Deutsche Bundestag hat sich in den zurückliegenden Jahren zwei Mal mit dem aktuellen Thema Antisemitismus befasst.

Durch alle Fraktionen wurde ein Beschluss gefasst:
„Antisemitismus ächten – jüdisches Leben fördern:“

Als Vizepräsidentin des Bundestages finde ich: Das ist wichtig und richtig.
Als Linke sage ich: Noch mehr Engagement ist möglich und nötig.
Als Parlamentarierin der ICCA bekräftige ich: Miteinander ist unabdingbar.

Antisemitismus richtet sich gegen Jüdinnen und Juden aus einem einzigen unsäglichen Grund: Weil sie Jüdinnen und Juden sind.

Antisemitismus ist aber stets auch ein tödliches Gift gegen jede humanistische und demokratische Gesellschaft, also gegen uns alle.

Unsere Konferenz mit Teilnehmerinnen und Teilnehmer von allen Kontinenten und aus unterschiedlichen Kulturkreisen ist auch deshalb nötig.

Sie möge uns gelingen und im Leben wirken.
Ich freue mich auf Sie. Danke!