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Pressemitteilung


Pressedienst
14.01.2016 von Sigrid Hupach

Blamable Arbeit der Gurlitt-Taskforce als Erfolg verkauft

"Ich bin froh, dass die Taskforce ihre Arbeit einstellt – und damit ein beschämendes Kapitel in der Aufarbeitung der Gurlitt-Sammlung endet", erklärt Sigrid Hupach, kulturpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, anlässlich der heutigen Übergabe des Berichtes über die Arbeit der Taskforce "Schwabinger Kunstfund" an die Staatsministerin Monika Grütters. Sigrid Hupach weiter:

"Endlich kann die Provenienzrecherche transparent, zügig und unbürokratisch am Deutschen Zentrum Kulturgutverluste (DZK) stattfinden. Das hoffe ich zumindest, denn auch heute wurde weder ein konkretes Konzept dafür vorgestellt noch die im Projekt arbeitenden Wissenschaftler namentlich benannt. Auch fiel kein Wort darüber, wie man zukünftig rechtskonform mit NS-Raubkunst in privaten Sammlungen umgehen will, ohne erneut einen Einzelnen zum alleinigen Sündenbock für Defizite in der NS-Aufarbeitung zu machen.

Statt den Fokus auf die Schlussfolgerungen zu legen, die sich aus der bisherigen Arbeit der Taskforce für die Zukunft ergeben, versuchte man den Misserfolg mit Nebensächlichkeiten kleinzureden. Die Opfer interessiert nicht, ob eine Bundesbehörde Schwierigkeiten hat, Tische, Stühle und einen Telefonanschluss zu besorgen, stattdessen wäre es eine Selbstverständlichkeit, die Ergebnisse auch auf Englisch vorzulegen.

Wir sind es den Opfern, ihren Erben und Anwälten schuldig, sie in den Mittelpunkt der Provenienzforschung zu stellen. Die Leiterin der Taskforce hat für sie jedoch nur wohlmeinende Sätze übrig. So endet peinlich, was peinlich begann.

1,8 Millionen hat es gekostet, die Herkunft von elf Bildern restlos aufzuklären. Ich bezweifle stark, dass die von Monika Grütters für das DZK in Aussicht gestellte Summe ausreicht, um die Erforschung der verbleibenden 487 Bilder zu finanzieren. Der Salzburger Bestand ist da noch nicht einmal mit dabei."