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Pressemitteilung
09.09.2008 – 16. Wahlperiode – Eva Bulling-Schröter

Windiges Technologieversprechen soll Kohleära verlängern


"Die Abscheidung und unterirdische Verpressung von Kohledioxid ist ein gefährlicher Irrweg", warnt Eva Bulling-Schröter anlässlich der Inbetriebnahme der so genannten Carbon Capture and Storage (CCS)-Pilotanlage von Vattenfall in Spremberg. Es werde suggeriert, so die umweltpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, Kohlendioxid werde bei der Kohleverstromung in Kürze kein Problem mehr sein. Doch genau das Gegenteil sei der Fall. "Alle wesentlichen Fragen sind ungeklärt. Milliarden Euro, die für die Entwicklung von CCS ausgegeben werden, fehlen für die Erforschung erneuerbarer Energien und Energieeffizienz." Bulling-Schröter weiter:

"Mit CCS holen wir uns nicht nur ein neues Endlager-Problem unter die Füße – die Langzeitsicherheit der unterirdischen Verpressung so enormer Mengen CO2 lässt sich kaum erforschen, die „Zuverlässigkeit“ der Wissenschaft in solchen Fragen hat sich gerade beim Asse-Desaster gezeigt. Der um 10 bis 15 Prozent niedrigere Wirkungsgrad von CCS-Anlagen erfordert auch je Kilowattstunde einen um ein Drittel höheren Kohleeinsatz, mit allen seinen verheerenden Folgen für Feinstaubbelastung, Naturhaushalt und Grundwasser. Zudem ist völlig offen, ob die Technologie ab 2020 tatsächlich im großtechnischen Maßstab einsatzfähig sein wird. Dann sollen aber schon fast 40 Prozent des deutschen Kraftwerksparks ersetzt worden sein.

Auch in ökonomischer Hinsicht ist CCS Unfug. Der hohe Aufwand für Abscheidung, Verdichtung, Transport und Verpressung des Klimakillers treibt die Stromkosten auf das Niveau der Kosten regenerativer Energien. Warum wird dann nicht gleich auf erneuerbare Energien gesetzt? Vielleicht weil es den Stromkonzernen nur darum geht, mit einem windigen Technologieversprechen die profitable Kohleära zu verlängern?"
























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