Inhalt

Nachricht


12.12.2011 – 17. Legislatur Matthias W. Birkwald

Geringverdiener leben immer kürzer

Lebenszeit von Geringverdienern seit 2001 gesunken, Vollzeit-Beschäftigung 64-Jähriger weiterhin unter zehn Prozent, DIE LINKE legt Antrag zur sofortigen Aussetzung und schnellstmöglichen Abschaffung der Rente erst ab 67 vor

Am 1. Januar 2012 wird die Umsetzung der Rente erst ab 67 beginnen. In den kommenden Jahren steigen die zusätzlichen Abschläge auf bis zu 7,2 Prozent. Bereits heute geht knapp die Hälfte aller Neurentnerinnen und -rentner mit durchschnittlich um 113 Euro durch Abschläge gekürzten Renten in die Altersrente. Von den Menschen, die von Erwerbsminderung betroffen sind, müssen heute bereits 96 Prozent aller Neuzugänge Rentenkürzungen durch Abschläge verkraften. Deshalb hat Matthias W. Birkwald, rentenpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE, die Bundesregierung mit einer Große Anfrage »Rente erst ab 67 – Risiken für Jung und Alt« und mit einer ergänzenden schriftlichen Frage zu den aktuellen Beschäftigungsquoten von ab 60-Jährigen aufgefordert, aktuelle Fakten zur Rente erst ab 67 auf den Tisch zu legen. Die Antwort der Bundesregierung ist kürzlich eingegangen.

Die Beschäftigungssituation Älterer ist weiterhin niederschmetternd schlecht. Gerade mal 9,3 Prozent aller 64-Jährigen und nur 5,5 Prozent der 64-Jährigen Frauen gehen einer sozialversicherungspflichtigen Vollzeitbeschäftigung nach.

Zudem trifft es nicht zu, dass alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer länger leben. Durchschnittswerte vernebeln die soziale Härte der Wirklichkeit. Denn bei Geringverdienern ist die Lebenszeit und damit die Rentenbezugszeit seit 2001 deutlich gesunken.

"Die Rente erst ab 67 ist nach wie vor nichts anderes als ein gigantisches Rentenkürzungsprogramm, das Geringverdiener und Menschen, die körperlich schwer arbeiten müssen, besonders hart trifft. Es ist fünf vor zwölf, um die Rentenkürzung durch die Rente erst ab 67 zu verhindern. DIE LINKE wird kurz vor Inkrafttreten der Rente erst ab 67 erneut im Bundestag nachdrücklich fordern, sie ohne Wenn und Aber zurückzunehmen", betont Brikwald.

Ein entsprechender Antrag liegt bereits vor. Er wird am 15. Dezember im Bundestag diskutiert werden.